Herbert-Lewin-Preis: 9. Ausschreibung hat begonnen

Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der NS-Zeit

Berlin, 10. Januar 2023 – Die Ausschreibung für den Herbert-Lewin-Preis 2023 hat begonnen. Mit dem Forschungspreis werden wissenschaftliche Arbeiten prämiert, die sich mit der Aufarbeitung der Geschichte von Ärztinnen und Ärzten in der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen. Die nunmehr neunte Preisvergabe wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der Bundesärztekammer (BÄK), der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) getragen.

Teilnahmebedingungen
An der Ausschreibung teilnehmen können Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als Einzelpersonen. Aber auch Kooperationen oder Gemeinschaften von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten, Studierende der Zahn- oder Humanmedizin sowie Wissenschaftler an zahn- und humanmedizinischen Fakultäten oder medizinhistorischen Instituten können sich bewerben. Jede teilnehmende Person und jede Arbeitsgruppe kann jeweils eine Arbeit einreichen.

Unterlagen für eine Teilnahme
Die Arbeiten müssen in deutscher Sprache verfasst sein und können in Papierform (7-fache Ausfertigung) oder in elektronischer Form eingereicht werden. Berücksichtigt werden ausschließlich Arbeiten, die seit dem 1. Januar 2018 erstellt oder veröffentlicht wurden. Arbeiten, die bereits bei vorherigen Ausschreibungen eingereicht wurden, können nicht erneut berücksichtigt werden. Eingereichte Unterlagen und Arbeiten verbleiben bei der BÄK.

Einsendeschluss: 16. Juni 2023

Bewerbungsanschrift
Bundesärztekammer
Bereich Menschenrechte
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin

E-Mail: HerbertLewinPreis2023@baek.de

Jury und Preisvergabe
Die Bewertung der eingereichten Arbeiten und die Ermittlung der Preisträger nimmt eine unabhängige Jury vor. Die Jurymitglieder wurden von den Trägerorganisationen benannt. Zudem gehören ein Vertreter des Zentralrates der Juden in Deutschland sowie ein Vertreter jüdischer Ärztinnen und Ärzte zur Jury. Namentlich sind dies: Dr. med. dent. Dr. phil. Dominik Groß, Prof. Dr. med. Volker Hess, Prof. Dr. phil. Robert Jütte, Dr. med. Petra Reis-Berkowicz, Prof. Dr. med. Leo Latasch, Prof. Dr. med. Rotem Lanzman. Die Jury tagt nicht öffentlich. Die Entscheidung der Jury ist für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbindlich und kann nicht angefochten werden.

Der Herbert-Lewin-Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er kann von der Jury auf mehrere verschiedene Arbeiten aufgeteilt werden. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten nach der Entscheidung der Jury eine schriftliche Nachricht.

Weitere Informationen zu dem ausgelobten Forschungspreis sowie zu früheren Preisträgern und deren Arbeiten sind unter Herbert-Lewin-Preis verfügbar.

Hintergrund: Herbert Lewin
Herbert Lewin wurde am 1. April 1899 in Schwarzenau geboren. Nach einem Medizinstudium arbeitete er in der jüdischen Poliklinik in Berlin, ab dem Jahr 1937 bis zu seiner Deportation durch die Nationalsozialisten als Chefarzt im jüdischen Krankenhaus in Köln. Nach seiner Befreiung nahm Herbert Lewin seine Arzttätigkeit wieder auf. In den Jahren 1963 bis 1969 bekleidete er das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Lewin starb am 21. November 1982 in Wiesbaden (Quelle: Zentralrat der Juden in Deutschland).

Nachruf

Trauer um Urgestein der Neuköllner Zahnärzteschaft.

Unser lieber Verbandskollege Dr. med. dent Peter Slotosch geb.: 02.08.1941 ist mit 81 Jahren am 13.12.2022 friedlich eingeschlafen. Mit ihm verlieren wir einen hochgeschätzten und engagierten Kollegen.

Dr. Slotosch hat sich im Jahre 1971 in Neukölln niedergelassen.

Er hinterlässt seine Ehefrau, 5 Kinder, 13 Enkel und einen Urenkel.

Wir werden ihn immer in ehrendem Andenken bewahren und drücken seiner Familie unser Mitgefühl aus.

Der Vorstand

Elektronisches Beantragungs- und Genehmigungsverfahren Zahnärzte

Finanzielle Unterstützung für Kauf neuer Softwaremodule

Ab 01.01.2023 ist das elektronische Beantragungs- und Genehmigungsverfahren Zahnärzte (EBZ) als einzig möglches Antragsverfahren verpflichtend für alle Zahnarztpraxen.

Die 38. Änderungsvereinbarung zum BMV-Z ist auf Bundesebene beschlossen worden und wird in Kürze unterzeichnet. Folgende Pauschalen für die EBZ-Module konnten vereinbart werden:

BEMA-Teil Pauschale in €
ZE 360,00
KFO 300,00
PAR 160,00
KG/KB  80,00

Die Pauschale(n) erhält jede Zahnarztpraxis (je Abrechnungsnummer), die ihrer KZV bis zum 31.12.2022 die benötigten PVS-Module meldet und zu diesem Stichtag an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnimmt. Wird die Frist versäumt, kann der Anspruch nicht mehr geltend gemacht werden. In 2023 erhalten nur noch erstmalig neu in die Versorgung eintretende vertragszahnärztliche Praxen und Einrichtungen die entsprechenden Pauschalen.

Um uns mitzuteilen, welche Antragsmodule Sie benötigen, melden Sie sich als Vertragszahnarzt/-ärztin mit Ihrem persönlichen Zugang am Serviceportal an und wählen den Menüpunkt „Stammdaten“. Unter „Praxis-Merkmale/Benötigte Antragsmodule für das EBZ“ wählen Sie die benötigten Module aus. Melden Sie uns über das Serviceportal bitte auch, sofern Sie keine EBZ-Module einsetzen.

Die Auszahlung der Pauschalen erfolgt Anfang 2023 automatisch auf das bei der KZV Berlin hinterlegte Praxiskonto.

 

 

 

Dr. Jörg Meyer

Was haben Sie gegen niedergelassene Ärzte und Zahnärzte Herr Lauterbach?

Dazu die aktuelle Pressemitteilung der KZBV:

„Das Maß ist voll, Herr Minister!“
Letzte VV der endenden Amtsperiode des Vorstands der KZBV

München, 23. November 2022 – Auf der letzten Vertreterversammlung der auslaufenden sechsjährigen Amtsperiode des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) zog dessen Vorsitzender Dr. Wolfgang Eßer eine kritische Bilanz der Gesundheitspolitik der Bundesregierung und stimmte die Zahnärzteschaft vor dem Hintergrund des strukturellen Finanzdefizits in der GKV und der daraus resultierenden Gesetzgebung auf schwere Zeiten ein.

Harsch verurteilte er das kürzlich durch die Ampel verabschiedete GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) und bezeichnete es im Hinblick auf die zahnärztliche Versorgung als „einen absolut unverdaulichen, toxischen Politcocktail“. Eßer prognostizierte, dass „die fatalen Folgen dieses Spargesetzes unseren Patientinnen und Patienten und der zahnärztlichen Versorgung über Jahre schaden werden: Im Zielkonflikt zwischen Versorgung und Finanzstabilisierung der GKV hat die Politik sich im Wissen um diese Folgen auf die Seite der Kostendämpfung geschlagen und damit gegen die Versicherten und deren Versorgungsansprüche gestellt“.
Vor dem Hintergrund galoppierender Inflation und exorbitant steigenden Preisen für Energie- und Materialkosten würden die zusätzlichen Beschränkungen des Honorarzuwachses in Kombination mit der wieder eingeführten strikten Budgetierung die flächendeckende Sicherstellung der Versorgung gefährden. Dies gelte vor allem für die gerade erst neu eingeführte Parodontitistherapie, die noch im Rollout befindlich vom Gesundheitsminister blockiert werde. „Es fehlen nachweislich in den beiden nächsten Jahren einige hundert Millionen Euro in diesem präventionsorientierten Versorgungsbereich, die den Versicherten erst vor nicht mehr als einem Jahr versprochen wurden.“
Dem Minister warf Eßer zudem Untätigkeit vor, weil er sich nicht entschlossen gegen die zunehmende Vergewerblichung der zahnmedizinischen Versorgung stellen, sondern mit seiner Politik Investoren und Private Equity Gesellschaften quasi den roten Teppich ausrollen würde.
Von diesen politischen Fehlern besonders hart getroffen werden ländliche und strukturarme Regionen in Deutschland, „weil sie wie ein Katalysator, wie ein Brandbeschleuniger bei der Vernichtung von Versorgungsressourcen wirken und den Fachkräftemangel zusätzlich befördern.“
Eßer rief die gesamte Zahnärzteschaft dazu auf, unmissverständlich ihren Protest gegen eine fehlgeleitete Politik deutlich zu machen. „Wir werden trotz alledem alles dafür tun, um die Parodontitis-Versorgung über die Zeit zu retten und Patientinnen und Patienten, die auf diese Behandlung dringend angewiesen sind, nicht im Stich zu lassen. Aber dort, wo das Geld fehlt, können wir nicht gewährleisten, dass die Versorgung vollumfänglich sichergestellt wird.“
„Für begrenztes Geld kann es auch nur begrenzte Leistungen geben. Dafür tragen Sie, Herr Minister, dafür trägt die gesamte Ampel die volle Verantwortung!“, sagte Eßer.

Pressekontakt:
Kai Fortelka
Telefon: 030 – 280 179 27
E-Mail: presse@kzbv.de

Das GKV Finanzierungsstabilisierungsgesetz

oder wie Lauterbach schamlos lügt!

Man glaubt, dass Lauterbach in Zusammenhang mit der geplanten Cannabis-Freigabe bereits zu viel davon konsumiert hat!

Unter der Überschrift Lauterbach: Konsolidierung gelungen, Leistungskürzungen verhindert findet Ihr auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums (Link) folgende Bestätigung der o.g. These:
Zahnarzthonorare: Begrenzung des Honorarzuwachses für Zahnärztinnen und Zahnärzte. Gleichzeitig: Ausnahmen für Leistungen im Rahmen der aufsuchenden Versorgung oder von Kooperationsverträgen zwischen stationären Pflegeeinrichtungen und Zahnärzten sowie bei Parodontitisbehandlung bei Versicherten mit Behinderung oder Pflegebedarf.

Was heißt das: PAR-Behandlung rein ins Budget, aber PAR-Behandlung bei den vulnerablen Gruppen, was für eine Augenwischerei!

Informiert Euch auf den Seiten der Körperschaften (KZV Berlin und KZBV) und der BZÄK, wie das alles zusammenhängt. Es geht um das Geld der Kolleginnen und Kollegen!

Vor diesem Hintergrund haben sich die Berliner Verbände am 07.11, getroffen, um über eigene Maßnahmen zu beraten. In Kenntnis einer Sitzung der KZV’en unter Leitung der KZBV am 14.11. mit geplanten Maßnahmen, haben wir uns entschlossen dies zu begleiten und zu unterstützen. Die BZÄK könnte dann als Verein eine Aktion durchführen, weil die Körperschaften zu allem Überfluss gerade von den Aufsichten in Deutschland an der kurzen Leine gehalten werden!

Wenn sich aber die Abneigung der Zahnärzteschaft gegenüber der Standespolitik fortsetzt, dann hat die Politik schon gewonnen! Also informiert Euch auf allen Kanälen über den Fortgang dieser „Gesetzgebung“!

Und noch etwas zum Thema Wertschätzung:

Aus der Berliner Morgenpost vom 26.10.2022:
Höhere Gebühren beim Tierarzt; Wer mit seinem Haustier zum Tierarzt geht, muss mit deutlich höheren Kosten rechnen. Ab dem 22. November gilt die neue Gebührenordnung für Tierärzte. Ein Beispiel: Für eine allgemeine Untersuchung von Hunden oder Katzen werden dann 23,62 Euro fällig. Bislang mussten Halter 13,47 Euro für die Untersuchung ihres Hundes zahlen und 8,98 Euro für ihre Katze

Zum Vergleich:  GOZ 0010 12,94 bei 2,3 Steigerung oder19,58 bei 3,5 Steigerung

Oder BEMA 01 mit AOK Punktwert Berlin 21,29

Honi soit qui mal y pense!

In der letzten zm-online gab es sogar ein Geburtstagsgruß zum 35. für die GOZ. Müssen wir uns das weiterhin antun?

Am Wochenende 04./05.11.2022 fand die Bundesversammlung der BZÄK statt. Seit gefühlt 30 Jahren wird immer der Antrag mit der Forderung nach einer Erhöhung des GOZ-Punktwertes gestellt!

Sollten wir uns nicht besser vor dem Ministerium des Herrn Lauterbach festkleben?

Das Hin und Her beim E-Rezept muss aufhören! Die KZBV zum Ausstieg der Ärzte aus dem laufenden Pilot-Projekt

Berlin, 4. November 2022 – Anlässlich dieses erneuten Rückschlags für das
E-Rezept spricht sich auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
(KZBV) für einen vorläufigen Stopp des weiteren Rollouts aus, bis
entsprechende Rahmenbedingungen für eine Fortführung durch gematik und
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geschaffen wurden. Zuletzt wurde
lediglich die Marke von einer halben Million E-Rezepten überschritten, die
vielfach nicht digital, sondern nur per Token-Ausdruck in Apotheken eingelöst
werden konnten – ein Medienbruch, der Patienten und Berufsstand kaum
vermittelbar ist. Nun hat die Anwendung den nächsten Rückschlag erlitten. „Wir
brauchen jetzt ein belastbares und funktionierendes Umsetzungs-Konzept –
gematik und BMG müssen hier liefern!“, sagte Dr. Karl-Georg-Pochhammer,
stellv. Vorstandsvorsitzender der KZBV. „Praxen, die das E-Rezept bereits
nutzen, können und sollen das weiterhin tun. Der Rollout muss jedoch
grundsätzlich neu justiert werden.“
Nach dem Ausstieg der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe
unterstützen derzeit in beiden Pilotregionen die jeweiligen KVen den Rollout des
E-Rezepts nicht mehr aktiv. Gestern hatte auch die Kassenzahnärztliche
Vereinigung Westfalen-Lippe mitgeteilt, den Rollout bis auf Weiteres nicht mehr
zu unterstützen. Die von gematik und Gesellschaftern gesetzten Erfolgskriterien
– besonders die Mindestquote von 25 % an E-Rezepten pro Region und
Versorgungssektor – sind faktisch nicht mehr erreichbar. Die Ärzte hatten ihren
Ausstieg damit begründet, dass in den Testregionen kein flächendeckender
digitaler Einlöseweg für das E-Rezept verfügbar ist und Patientinnen und
Patienten weiter einen Papierausdruck erhalten müssen.
Die ursprüngliche Lösung der gematik in Form einer App ist momentan für die
meisten Patienten nicht nutzbar, da sie entweder die dafür notwendige eGK der
neuesten Generation oder die dazugehörige PIN noch nicht haben. Um diese
zu bekommen, müssen sich Patienten zunächst mit einem geeigneten und
zugelassenen Verfahren identifizieren. Nach dem Verbot des bis Sommer noch
möglichen, komfortablen VideoIdent-Verfahren gibt es momentan nur die
Möglichkeit einer Vor-Ort-Identifizierung – in der Filiale der zuständigen Kasse
oder mittels PostIdent. Auf absehbare Zeit wird diese Lösung nicht für die
Masse der Patientinnen und Patienten nutzbar sein.
Als mögliche Alternative war vorgesehen, das E-Rezept durch Vorlage der eGK
in der Apotheke einzulösen: (Zahn)Ärztinnen und (Zahn-)Ärzte stellen dabei das
E-Rezept aus, müssen aber kein Papier bedrucken, dass Patienten
Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie
vertritt die Interessen von fast 63.000 Zahnärztinnen und Zahnärzten, die an der vertragszahnärztlichen
Versorgung teilnehmen. Vertragszahnärzte und in Praxen angestellte Zahnärzte bilden eine der
größten Facharztgruppen in Deutschland. Die KZBV ist die Dachorganisation der 17
Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) in den Bundesländern. Die Aufgaben der KZBV und der
KZVen resultieren aus den gesetzlichen Aufträgen im Vierten Kapitel des Sozialgesetzbuches V (SGB
V). Die KZBV ist stimmberechtigte Trägerinstitution im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), dem
wichtigsten Entscheidungsgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung. Zusammen mit den
Körperschaften und Standesorganisationen von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen gestaltet
die KZBV im G-BA den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) maßgeblich mit.
In Deutschland sind rund 90 Prozent der Bevölkerung gesetzlich krankenversichert. Das sind etwa 70
Millionen Menschen. Aktuelle Informationen über zahnärztliche Themen erhalten Sie durch unseren
regelmäßigen Newsletter unter www.kzbv.de/newsletter.
ausgehändigt wird, die die E-Rezept-App nicht nutzen können oder wollen.
Patienten könnten dann in der Apotheke ihre eGK einlesen lassen. Die
Apotheke wird so berechtigt, die vorliegenden E-Rezepte vom Fachdienst
abzuholen und die verordneten Medikamente abzugeben. Allerdings hat diese
von der gematik spezifizierte Umsetzung eine erhebliche sicherheitstechnische
Schwäche, da nicht ausreichend verhindert wird, dass Apotheken Rezepte
einsehen und herunterladen können, zu denen keine eGK vorliegt. Das
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der
Bundesdatenschutzbeauftragte (BfDI) hatten dieser „Lösung“ deshalb ihre
Zustimmung verweigert.
„Die KZBV hatte bereits beim Beschluss dieser Lösung auf die Problematik
hingewiesen und eine datenschutz- und sicherheitskonforme Umsetzung
gefordert“, erklärte Pochhammer. „Bedauerlicherweise wurde dem nicht
entsprochen. Erst nachdem die erwartbaren Stellungnahmen von BfDI und BSI
vorlagen, wurden in der gematik Alternativen zu dem bemängelten Szenario in
Erwägung gezogen. Dadurch ging unnötig Zeit verloren, sodass die gematik
nun erst mit einer Umsetzung Mitte 2023 rechnet.“
„Uns Zahnärzten reicht es langsam! Dieses Hin und Her muss endlich aufhören.
Die gematik muss jetzt erstmal ihre „Hausaufgaben“ machen, die geforderten
digitalen Einlösewege sicher und datenschutzkonform umsetzen, bevor der
bundesweite Rollout fortgesetzt werden kann“. Das BMG solle dies als Chance
begreifen, die lange geforderte Informationskampagne für das E-Rezept
vorzubereiten, die trotz Start des Rollouts im September noch nicht angelaufen
ist. „Bislang wurden nicht einmal die Praxen mit angekündigten
Patienteninformationen versorgt. Bei einem solch komplexen Verfahren
müssen Patienten aber rechtzeitig mitgenommen werden. Das können die
Praxen nicht auch noch leisten.“ Die KZBV werde weiterhin KZVen und Praxen
unterstützen, die sich freiwillig mit dem E-Rezept beschäftigen und dies bereits
umsetzen wollen, betonte Pochhammer.
Informationen und ein Erklärfilm zum E-Rezept können hier abgerufen werden.

Quelle: KZBV

Ein schwarzer Tag für die Prävention in Deutschland

Ein schwarzer Tag für die Prävention in Deutschland
Ampel leitet mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz das Aus für die neue Parodontitis-Therapie ein

Berlin, 20. Oktober 2022 – Der Deutsche Bundestag hat heute den von Karl Lauterbach vorgelegten Entwurf für das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) mit nur marginalen Änderungen verabschiedet. Für die Mund- und Allgemeingesundheit in Deutschland ist das ein schwarzer Tag.
Mit der im Gesetz enthaltenen strikten Budgetierung für 2023 und 2024 werden der Versorgung die erst kürzlich zugesagten Mittel für die neue, präventionsorientierte Parodontitis-Therapie wieder entzogen. Fast alle der rund 30 Millionen Patientinnen und Patienten, die an der Volkskrankheit Parodontitis leiden, werden damit faktisch eines Leistungsanspruches beraubt, der erst im Vorjahr in den GKV-Leistungskatalog aufgenommen und von allen Beteiligten als ein Meilenstein für die Mund- und Allgemeingesundheit begrüßt wurde. Durch die im Bundestag auf den letzten Metern eingebrachten Änderungen der Koalition werden alleine die Finanzmittel für die Behandlung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung zur Verfügung gestellt.
Der Vorsitzende des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Wolfgang Eßer ist fassungslos angesichts dieses zynischen und beispiellosen Vorgehens: „In zahlreichen Gesprächen und in der Expertenanhörung im Bundestag wurde klar dargelegt, dass die strikte Budgetierung das faktische Aus für diese wichtige Behandlung bedeutet. So wichtig die Versorgung vulnerabler Gruppen ist, eine Ausnahmeregelung für die Parodontitis-Therapie hätte alle GKV-Versicherten einschließen müssen. Die weit überwiegende Mehrheit der Patientinnen und Patienten, die dringend auf eine wirksame und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft basierende Behandlung angewiesen ist, bleibt mit dieser Entscheidung auf der Strecke. Das, was uns die Ampel hier präsentiert, ist nichts anderes als ein politisches Feigenblatt und ein Frontalangriff auf die präventive Patientenversorgung.“
Die Änderungen im Bundestagsverfahren sehen ferner eine Evaluierung der Auswirkungen der Budgetierung auf die Parodontitis-Versorgung im September 2023 vor. „Trial and error auf dem Rücken der Patienten ist der falsche Weg. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Sein Versprechen zu halten, eine Parodontitis-Behandlung für alle zu ermöglichen und dann zu evaluieren – das wäre verantwortungsvoll“, kritisiert Eßer.
Eßer weist in diesem Zusammenhang auch auf die gravierenden Folgen einer Parodontitis für die Mund- und Allgemeingesundheit hin: „Parodontitis steht im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes und stellt zugleich ein Risiko für Schwangere, demenziell erkrankte Patienten sowie für schwere Verläufe bei Infektionen mit dem Coronavirus dar. Mit diesem Gesetz verschließt die Ampel wissentlich die Augen vor den gesundheitlichen Folgen für unsere Patienten und wirft gleichzeitig die von ihr gepredigten Prinzipien von Nachhaltigkeit und Prävention in der Gesundheitsversorgung vollständig über Bord. Das ist schlichtweg absurd und verantwortungslos.“
Weitere Informationen zum GKV-FinStG können hier abgerufen werden.

Pressekontakt:
Kai Fortelka
Telefon: 030 – 280 179 27
E-Mail: presse@kzbv.de

Mit freundlichen Grüßen
i. A.
Sylvia Schröder

Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Behrenstraße 42, 10117 Berlin

Tel.: +49 30 280179-27
Fax: +49 30 280179-21
Mail: presse@kzbv.de
Web: www.kzbv.de

Antrag auf Einberufung einer KZV Sondervertreterversammlung mit Dringlichkeit

Auf der Vertreterversammlung der KZV-Berlin am 12.09.2022 berichtete der Vorsitzende der VV, Herr Dr. Heiner Schleithoff von seinen Verhandlungen mit der Aufsicht zu den neuen Dienstverträgen des neu zu wählenden Vorstands der KZV.
Allerdings fanden diese Gespräche leider ohne vorherige inhaltliche Konsentierung mit der Vertreterversammlung und/oder den Kandidaten für die Wahl zum Vorstand statt, was gemäß dem kurz vorgestelltem Rahmen des Vertragsentwurfs zu einer deutlichen Verwunderung der meisten Vertreter und Vertreterinnen führte. Wir alle wünschen uns eine Standesvertretung, welche auch noch mit den Sorgen und Nöten des niedergelassenen Kollegen vertraut ist, wofür ein Betrieb und Erhalt der eigenen Praxis wünschenswert wäre.
Mit den bekanntgegebenen Verhandlungsergebnissen seitens des VV-Vorsitzenden Dr. Schleithoff ist das so nicht möglich. Man könnte den Eindruck gewinnen, hier wäre mit dem Wunsch verhandelt worden, die KZV-Vorsitzenden sollten am besten Krankenkassen- oder Politfunktionäre sein. Tacitus forderte einst, man solle ohne Zorn und Eifer, sine ira et studio, verhandeln. Es wäre wünschenswert gewesen, wären die Interessen der Berliner Zahnärzteschaft vor persönliche Empfindlichkeiten und politische Ideologie gestellt worden Schade!
Nun muss in einer Sonder-VV mit Dringlichkeit die Vertreterversammlung dieses Manko heilen. Hieran hatten im Vorfeld nicht allein der Verband der Zahnärztinnen und Zahnärzte und der Freie Verband sondern auch Mitglieder der IUZB und von Dentista Interesse bekundet. Es wird deutlich, auf welch‘ einsamen Pfad der Vorsitzende der VV wandelt.

Dietmar Kuhn

Energieeinsparpotentiale in der Praxis Teil 1

In der Causa „Energieeinsparungen“ unterliegt die Zahnärzteschaft politischen und sozioökonomischen Anforderungen, welche externen Ursprunges sind. Diese sollen vorerst nicht diskutiert werden. Bewusst soll auch nicht der Terminus „aufoktroyierte Zwänge“ verwendet werden. Eventuell kann diese Diskussion ein Segment in Teil II im Januar 2023 erfolgen.
Aus welcher Perspektive man die Notwendigkeiten der Sparmaßnahmen auch betrachten mag, es bestehen direkte und indirekte Veranlassungen in der zahnärztlichen Praxis nach innen zu schauen, um mögliche Einsparpotentiale zu erkennen und umzusetzen. Aus diesem Grunde sollten wir uns zusammenfinden, um gemeinsam diese zu entwickeln. Gemeinsam bedeutet auch, dass wir dazu Partner der Zahnärzteschaft einladen, hier die Zahntechnikerinnung und den Dentalhandel.
In Form einer ersten Bezirksveranstaltung in hybrider Form soll dieses Konzept in Charlottenburg/Wilmersdorf vorgestellt werden. Den genauen Termin und Ort der Veranstaltung werden Sie zeitnah hier auf der Internetseite unter Termine finden.
Zugeschaltet bzw. anwesend sind ein Repräsentant der Zahntechnikerinnung Berlin-Brandenburg und des Dentalhandels.
Das zu diskutierende Schema ist angefügt. Es erhebt einen Anspruch auf Vollständigkeit und sollte Ansporn zur Vervollkommnung sein.
Dr.Wolfgang Kopp

Struktur Energieeinsparung:

In den kommenden Monaten werden die zahnärztlichen Praxen mit einschneidenden Sparmaßnahmen konfrontiert werden. Negative Auswirkungen auf die Kosten, den Praxisbetrieb und die Infrastruktur sind zu erwarten.

Daher stellt sich die Frage:

Wie können wir uns auf diese Entwicklung vorbereiten.

Sparpotentiale Praxis- und Sozialräume

Fenster: Kalte Zugluft prüfen, mit Fensterabdichtungsband abdichten;

Eingangstür: Kalte Zugluft prüfen, mit Abdichtungsband abdichten;

Handschuhe wie Händewaschen benutzen;

Durchlüftung der Praxis mit Durchzug nur für 14 Minuten;

Warme Bekleidung für temperaturempfindliche Mitarbeiter;

Grippeimpfungen überprüfen + organisieren;

Rauchverbot in den Praxisräumen;

Geschirrspüler + Thermodesinfektor- Gebrauch optimieren;

Thermodesinfektor und Desinfektionsanlagen bei Praxisschluss ab-
stellen.

Bei Patientenrückgang Inspektionen und Prüfungen durchführe lassen

Urlaubs- + Überstundenregelung Oktober- März optimieren, ggf. um-
stellen

Materialdepot optimieren wg. ggf. Lieferkettenunterbrechung

Sparpotentiale Elektro

Leuchten auf LED-Fähigkeit prüfen, Lampen ggf. austauschen;

Alle Standby-Geräte, Lichtverbraucher, Kabel ggf. nächtliches aus-
schalten

Zum Wochenende alle nicht notwendigen Verbraucher ausschalten;

Keine mobilen Heizgeräte;

Waschmaschinengebrauch reduzieren und optimieren;

Sparpotentiale Heizung und Warmwasser

Regelbare Temperaturthermostate an Heizungen;

Heizung im Flur ausschalten;

Wartezimmer, Patiententoilette Rezeption 20 Grad belassen;

Büro, Sozialraum und Praxisräume 19 Grad;

Warm-Wasserspeicher in Praxisräumen + Mitarbeitertoilette abstellen;

Sparpotentiale Praxislabor

Arbeitswege überdenken/organisieren und optimieren;

Gusstechnik überdenken/organisieren und optimieren;

Keramikbrennen überdenken/organisieren und optimieren;

Alle Standby-Geräte, Steckdosenkabel nächtliches ausschalten;

ZÄPP – Start der fünften Runde

Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP)
Start der fünften Runde – mit vielen Benefits für die Zahnärzteschaft

Dieses für alle Zahnarztpraxis wichtige “Datensammeln” startet wieder. Der Erfolg geibt uns Recht dieses Projekt wieder zu unterstützen. Berlin hat dabei bundesweit die meisten Teilnehmer. Alle Fragen immer was machen die KZBV/KZV für mich? Hier kann ich mal was unsere Standesorganisationen tun. Wir können davon nur Vorteile haben.

Wer sich weiter informieren will findet hier die Infos der KZBV

P.S. In Berlin gibt es die doppelt Aufwandsentschädigung!