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  • Zahnärztliche Behandlungen: Anträge jetzt digital möglich

    Zahnärztliche Praxen können Behandlungen jetzt digital bei der
    Krankenkasse beantragen und anzeigen. Das bisherige Verfahren wird dadurch deutlich
    effizienter, einfacher und schneller. GKV-Spitzenverband und Kassenzahnärztliche
    Bundesvereinigung (KZBV) hatten sich hierzu auf das Elektronische Beantragungs- und
    Genehmigungsverfahren – Zahnärzte (EBZ) verständigt. Eine sechsmonatige Pilotphase wurde am
    30. Juni 2022 erfolgreich abgeschlossen, am 1. Juli ist der Echtbetrieb in den Zahnarztpraxen
    gestartet. Innerhalb des ersten Monats nutzten schon 2.791 Praxen das neue Verfahren. Noch bis
    zum Jahresende besteht die Möglichkeit, das EBZ im Praxisalltag kennenzulernen, bevor es zum
    1. Januar 2023 als einzig mögliches Antragsverfahren für alle Zahnarztpraxen verpflichtend wird.
    Bereits jetzt können alle Krankenkassen die digitalen Anträge bearbeiten. In der Pilotphase
    wurden rund 5.000 Anträge digital gestellt und bearbeitet, seit 1. Juli sind noch fast 50.000
    hinzugekommen (Stand: 2. August). Pro Tag sind es aktuell rund 2.000 Anträge, die mit dem EBZ
    bearbeitet werden.
    Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands: „Die Digitalisierung des
    zahnärztlichen Antragsverfahrens ist ein entscheidender Schritt. Alle Beteiligten – von den Praxen
    über die Patientinnen und Patienten bis zu den Kassen – sparen dadurch Zeit und Aufwand,
    haben also einen echten Mehrwert. Genau deswegen wollen und müssen wir die Digitalisierung in
    allen Bereichen des Gesundheitswesens vorantreiben. Besonders freut mich die sehr gute
    Zusammenarbeit mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, mit der wir bei der
    Umsetzung konsequent an einem Strang gezogen haben.“

    Martin Hendges, stellv. Vorsitzender des Vorstandes der KZBV: „Bei der Umsetzung des EBZ haben
    wir bewusst großen Wert daraufgelegt, nicht lediglich Papierformulare zu digitalisieren und die
    lästige Zettelwirtschaft ressourcenschonend zu beenden, sondern die komplette Antragsstrecke
    so aufzusetzen, dass spürbare Verbesserungen der Genehmigungs- und
    Dokumentationsprozesse realisiert werden. Auf diese Weise werden auch Bürokratie und
    kleinteilige Arbeitsschritte im Praxisalltag spürbar reduziert und gleichzeitig höchsten
    Ansprüchen an den Datenschutz entsprochen. Die Vorteile, die mit dem EBZ einhergehen, sind
    unter anderem Zeitersparnis, eine schnellere Genehmigung, die Vermeidung von Medienbrüchen,
    eine sichere Datenübertragung und -verarbeitung sowie eine optimierte Terminplanung.
    Herausstellen möchte ich insbesondere auch die lösungsorientierte und transparente
    Zusammenarbeit mit den Krankenkassen sowie den Herstellern von Praxisverwaltungssoftware,
    die hier – ohne die Beteiligung der gematik – aus Versorgung und Selbstverwaltung heraus eine
    großartige und im Praxisalltag erprobte Anwendung mit vielen Vorteilen für alle Beteiligten
    entwickelt haben.“
    Entlastung für Praxen, Kassen und Versicherte
    Die Digitalisierung des Verfahrens betrifft vor allem Heil- und Kostenpläne (HKP) bei Zahnersatz.
    Patienten wird durch das EBZ künftig nicht mehr der herkömmliche und für Laien sehr komplexe
    HKP ausgehändigt. Vielmehr erhalten sie eine Ausfertigung mit allen relevanten Inhalten in
    allgemeinverständlicher Form. Diese beinhaltet auch die erforderlichen Erklärungen des
    Versicherten bezüglich Aufklärung und Einverständnis mit der geplanten Behandlung. Weitere
    Therapien, die digital beantragt und angezeigt werden, sind die kieferorthopädische Behandlung
    sowie die Behandlung von Kieferbruch und von Kiefergelenkserkrankungen. Ab dem Jahr 2023
    kommt dann auch die Behandlung von Parodontalerkrankungen dazu. Dann sind keinerlei
    Anträge auf Papier mehr möglich.
    Bearbeitungsdauer deutlich verkürzt
    Bei der Umsetzung des EBZ wurde darauf geachtet, möglichst sämtliche Anwendungsfälle in der
    Zahnarztpraxis zu berücksichtigen und die technische Umsetzbarkeit sicherzustellen. Die PVSHersteller wurden hierzu insbesondere auch durch das Engagement des Verbandes der deutschen
    Dentalsoftware Unternehmen (VDDS) von Beginn an umfassend in das Projekt einbezogen.
    Die digitalen Anträge werden datensicher über den Dienst Kommunikation im Medizinwesen (KIM)
    ausgetauscht. Die Praxis hat alle Anträge digital vorliegen, die direkt von der Praxis an die
    Krankenkasse übermittelt werden. Bei der Kasse wird der Antrag geprüft und die Antwort
    ebenfalls per KIM zurück an die Praxis gesandt. Dies kann künftig beispielsweise noch am selben
    Tag geschehen. Bislang dauert die Bewilligung eines Heil- und Kostenplans für Zahnersatz
    deutlich länger. Patientinnen und Patienten bekommen auch weiterhin schriftliche Informationen
    über Kosten und Details der geplanten Behandlung von ihrer Praxis ausgehändigt. Von der Kasse
    erhalten sie einen schriftlichen Bescheid über die Kostenübernahme. Patienteninformation und
    Bescheid sind wichtige Dokumente für eine eventuell bestehende Zusatzversicherung.
    Insgesamt bringt die Einführung des EBZ einen deutlichen Schub in der Digitalisierung des
    zahnärztlichen Bereiches mit sich, von dem auch die Telematikinfrastruktur enorm profitieren
    wird, da deren Nutzen für Zahnarztpraxen bisher sehr überschaubar war. Darüber hinaus hat die
    erfolgreiche Entwicklung des EBZ-Verfahrens große Aufmerksamkeit und Interesse auch innerhalb
    der Ärzteschaft erfahren, sodass hier vielleicht ein Modell realisiert wurde, das im
    Gesundheitswesen Schule machen könnte. In jedem Fall profitiert davon die bereits sehr gute
    zahnärztliche Patientenversorgung und die administrative Organisation des Praxis-Alltags.
    Pressekontakt
    GKV-Spitzenverband
    Helge Dickau; Telefon: 030 206 288 4201
    presse@gkv-spitzenverband.de
    Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV)
    Kai Fortelka; Telefon: 030 280 179 27
    presse@kzbv.de