Brief an eine/n imaginäre/n Kollegin/en

Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

Sie stellen die Frage nach dem Sinn, in diesem Verband der Zahnärztinnen und Zahnärzte von Berlin Mitglied zu werden. Ich möchte versuchen, Ihnen diese Frage zu beantworten. Sie ist natürlich nur aus meiner persönlichen Sichtweise zu beantworten und mag eventuell nicht auf Ihre Zustimmung treffen.

Für mich ist die Antwort nämlich sehr einfach: Als Mitglied in unserem Verband haben Sie die Möglichkeit, aktiv Ihre eigene berufliche Zukunft mit zu gestalten! Denn eine große Zahl von Repräsentanten beider Körperschaften – KZV und Kammer – sind in unserem Verband zu Hause. Sie stehen Ihnen auf Bezirksversammlungen und Verband-DV‘en immer für Fragen zur Verfügung. Sie haben dort die ideale Möglichkeit, aktuelle Probleme anzusprechen, selber Anregungen zu geben, und, und, und. Oft genug flossen diese Anregungen direkt in die Arbeit von Kammer und KZV ein.

Dieser Verband hat ein liberales Leitbild, das auch ständig gelebt wird! Unterschiedliche Auffassungen werden offen ausgetragen, was manchmal nicht zu jedermanns Freude gereicht.

Dieser Verband macht z.Zt. eine Umbruchphase durch, in der manch alte Zöpfe abgeschnitten werden. Auch das ist eher ein Grund ihm beizutreten als ihn zu verlassen. Denn heute kann prägend mitgestaltet werden! Hier erleben Sie den Erfahrungsaustausch mit dem Kollegen von nebenan, der nicht zuletzt in persönliche Freundschaften münden kann – oder das Gegenteil, wie im richtigen Leben.

Sie müssen allerdings dafür auch aktiv werden, so wie man nicht nur fordern kann, sondern auch geben muss. Dies ist das Problem unserer Zeit, in der wir uns oft mehr leisten als wir leisten und das Besitzen wollen vor dem dafür notwendigen Handeln kommt. Wenn Sie dazu nicht bereit sind, wird Ihnen auch ein anderer Verband keine Alternative bieten können, erst recht nicht die oppositionellen Verbände.

Falls Sie nach der täglichen Arbeit in der Praxis in Ihrer Freizeit keinen Zahnarzt mehr sehen wollen, haben Sie auch dafür mein Verständnis. Dann sollten Sie sich aber einen Verein suchen, der mit Zahnheilkunde und Zahnärzten nichts zu tun hat – einen Golfclub zum Beispiel. Obwohl, auch da treiben sich viele Zahnärzte rum.

Mit freundlichen Grüßen
Jörg-Peter Husemann

 

 

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